Weihnachtslicht

Weihnachtslicht In schwächlicher Zerbrechlichkeitwart uns ein Kind geboren,zu retten uns aus tiefster Nachthat Er uns auserkoren. Nun wacht schon auf - erschrecket nicht -er ist uns wohl gesonnen.Er stieg hinab ins Totenreich,hat über'n Tod gewonnen. Und hinter bunten Lichterketten,Schallgefüllten Plätzen,Blinkezeug und Weihnachtsmarkt,Betäubend-vollen Wänsten, Da schimmert leise, hoffnungsstiftend,durch all unser Weihnachtsstreben:'ne Lampe aus des Heilands Stall,die [...]

Männerruf

Männerruf "Wir trinken Bier,ja wir sind cool,ja wir sind Männer.Schrauben Autos, riechen wild,
ja oft genau wie Penner.Wir sind wild und stark nie schwach,Schlafen das ist lächerlich,
denn Männlichkeit hält wach." So klingen viele dumme Stimmen,Die an den Männern reißen,In ihre Seele beißen,Und lügenvoll verheißen,Was Männlichkeit im Kerne ist. Ich bin ein Mann und bin ein Bild
aus [...]

Eine Sommernacht

Eine Sommernacht Ich ging des Nachts am Wald entlang,Auf Sand, der noch nach Sonne klang.Und in der milden Sommerluft,Floss süß und sanft der Lindenduft. Der Wind ging wie ein stiller Hirte,
Geduldig, ruhig, durch Tal und Felder,
Rief’ stimmlos mich, dass ich nicht irrte,
Und strich ganz liebevoll die Wälder. Ein Lächeln trat in mein Gesicht,
Vom Himmel schien [...]

Die blauen Essenzen

Die blauen Essenzen Was ist das:Es ist der Welten Urgeflecht,Richtschnur, Maß und Fels, ich dächt',Woran jede Illusion zerschellt.Es den Lügner tief im Herz' verprelltUnd richten wird, was richtbar ist.Das ist die Wahrheit. Und was ist das:Es die frische Luft der Seel',Lernst du es erst zu atmen.Mal zwickt, mal schmerzt, mal kitzelt esUnd selten kannst du's [...]

Das Zwischenfeuer

Das Zwischenfeuer Reißender Hall von Hammerschlägen
Rüttelte mich schmerzlich wach.
Vom Blut besprenkelt wurd’ mein Haupt,
Weil er das Werk am Kreuz vollbracht. So kam ich in das Zwischenfeuer,
Hinter mir die alte Welt,
Ein tot-verzerrtes Ungeheuer,
Das lechzend um sich selber schnellt. Mal schneidend heiß, mal Balsam-kühl,
Fuhr das Feuer in mir nieder,
Durchdrang mich ganz, erquickte mich,
Entzückt noch immer meine Glieder. [...]

Nachtkampf

Nachtkampf Die Nacht im stillen, sachten FlussSie klopft an meine Tür.Das tut sie, fühle ich VerdrussUnd Kraft fehlt mir dafür, Zu wecken meine lieben Brüder,Die mit mir kämpfen, mit mir steh’n,Ich steh' am Wegesrand und spüreAlte Träume von mir geh’n. Der Wind trägt sie davon, nach Haus.Ich wag’ sie nicht zu fassen.Ich blicke weiter geradeausSie [...]

Ein Frühlingssegen

Ein Frühlingssegen Leise wehend, duftig-sanft,Regt Grün und Blau sich zärtlich wieder.Da, wo des Winters GlitzerkraftIn scharfem Eis sich einst ließ nieder. Aus der Starre neu belebt,Atmet meine Seele ein:Farben, Formen, Düfte, Lieder,Kunst des lieben Vaters mein. Der Sonne Strahl zerstäubt im Flieder,Lieblich sprießt das Gras empor,Träumend, sinnend, lächelnd geh ich,Träumt', dass ich mein Herz verlor. [...]

Der Maskenball

Der Maskenball Seit Adams leisem Sündenknall,Fließt gift'ges Blut durch Mark und Bein,Willkommen hier zum Maskenball,Zum Tanzparkett im Sündenschein. Wie schönlich sich die Menschen wiegen,Sich schmerzlich am Parkett verbiegen.Sich Rück an Rück nach vorn bekriegen,Um ihre Schatten zu besiegen. So geht es schon seit Jahren,Im Gleichtakt rum im Kreis.Der Gastgeber klatscht rhythmisch,Uns Menschen kreidebleich. Verhärtet sind [...]

Von der Vergänglichkeit

Von der Vergänglichkeit Eine Klaviermelodie, summt silbern und klarVerliert sich im Frühlingswind, wunderbar,Weckt Sehnsucht nach alten Zeiten,Flieht lächelnd in grüne Weiten. Warme, weiche Sommerluft,Hummeln brummen in den Linden,Ein Mann, eine Frau, zwei Hände,In sanftem Abendrot sich finden. Ein Freund und feuriges Herbstlaubrot,Ein Gehstock, ein liebes Lachen,Ein Rat, ein Spruch, ein mahnender Blick,Wer wird nach uns [...]

Weltgestell

Weltgestell Du wirst in diese Welt gestellt,Mit viel, wenig oder ohne Geld.Zieht’s dich nach da, gehst du nach dort,Suchst Sinn an diesem fremden Ort. Die Wolken wandern, die Schwerter kreisen,Die Kugeln ziehen ihre Schneisen,Durch Kinderherzen, Blumen, Schlucht,Durchdringen dich, mit dumpfer Wucht. Die Tiegel laufend aufgeheizt,Die Pressen ständig durchgewalzt,Zermürben wir die richt’ge Sicht,Woll’n die rettende Antwort [...]