Weihnachtslicht

Weihnachtslicht

In schwächlicher Zerbrechlichkeit
wart uns ein Kind geboren,
zu retten uns aus tiefster Nacht
hat Er uns auserkoren.

Nun wacht schon auf – erschrecket nicht –
er ist uns wohl gesonnen.
Er stieg hinab ins Totenreich,
hat über’n Tod gewonnen.

Und hinter bunten Lichterketten,
Schallgefüllten Plätzen,
Blinkezeug und Weihnachtsmarkt,
Betäubend-vollen Wänsten,

Da schimmert leise, hoffnungsstiftend,
durch all unser Weihnachtsstreben:
’ne Lampe aus des Heilands Stall,
die Wörter aus der heil’gen Schrift,
der Glanz von Jesu Christi Thron.
Oh selig, wen dies Schimmern trifft,

Bewegt, durchdringt, den Dreck rausschwemmt,
das Herz erfüllt, die Segel hisst,
den Blick zum Himmel zieht. Enthemmt
zu suchen, der da scheint,
vor dem bald jedes Menschlein kniet.

Lass Sein Licht dich ganz umfangen,
wärmen deine kalte Seel‘.
Lass nach Haus‘ all dein Verlangen
in Seinem Wirken ist kein Fehl‘.

Lass los dich in des Vaters Arm,
bekenn‘ dein‘ Teil am Leid der Welt.
Dann wird das Schimmern in dir warm,
der Weg zum Himmel dir erhellt.

Es glimmt und strahlt das Weihnachtslicht
auch wärmend durch dies klein‘ Gedicht.


Weihnachten – was ist das? Hier und da bekomme ich den Eindruck, es handle sich um eine blutleere, ausgelutschte Hülle eines kommerzialisierten Tages des Kirchenjahrs, eine bunt angemalte Kulturleiche, irgendwie nicht mehr echt, aber krampfhaft dem Versuch hingegeben lebendig wirken zu müssen, so ähnlich wie bei viktorianischen Post-Mortem-Bildern auf denen toten Verwandten noch mal die Familie anbei gestellt wurden.

Denke ich an Weihnachten, denke ich zunächst an Fasseden unterschiedlichster Couleur. Da wäre zum Beispiel die Fassade der heilen Familie: Zu Weihnachten treffen sich alle Familienmitglieder und hier und da wirkt es, als sammelten sich die einzelnen Leute wie Scherben einer zerbrochenen Skulptur: Geführt durch die Macht der Gewohnheit setzen sich die Scherben erneut zu eben jener Skulptur zusammen, um den Glanz einer heilen Welt spürbar werden zu lassen, nur um dann unter dem Druck ungeklärter Familienprobleme erneut in ihre Einzelteile zu zerfallen.

Auch die Fassade der Märchen und Sagen fällt mir auf: Engel, Sterne, Wichtel, Weihnachtsmann. Irgendwas scheinbar bedeutungsvolles, das nicht anecken kann.

Aber hinter diesen Fassaden sehe ich etwas hervorleuchten, das alles relativiert: Jesus Christus. Je mehr ich über die frohe Botschaft, dass Gott als kleines schwaches Kind Mensch wurde, um uns zu retten, nachdenke, desto mehr ist mir, als wenn ich allen weihnachtlichen Firlefanz mit einem Armstreich vom Altar unserer Kultur wischen und dahinter den wahren Grund für Weihnachten leuchten sehen kann. Und das ist einfach unglaublich befreiend, erfrischend, belebend. In der Tat erfüllt mich dieser Blick auf das Baby im Stall mit so viel Zufriedenheit, dass ich jedem, der irgendwie weihnachtsgeplagt ist, nur raten kann, genau die Bibel zu lesen und mal mit Jesus zu sprechen (das heißt es zu beten).

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