Männerruf

Männerruf

„Wir trinken Bier,
ja wir sind cool,
ja wir sind Männer.
Schrauben Autos, riechen wild,

ja oft genau wie Penner.
Wir sind wild und stark nie schwach,
Schlafen das ist lächerlich,

denn Männlichkeit hält wach.“

So klingen viele dumme Stimmen,
Die an den Männern reißen,
In ihre Seele beißen,
Und lügenvoll verheißen,
Was Männlichkeit im Kerne ist.

Ich bin ein Mann und bin ein Bild

aus tausend bunten Scherben,
Bin hohl wie ’n altes großes Fass,
Voll ungeklärter Fragen.

Wer bin ich und was muss ich tun?
Wer bist du und wie weiß ich das?
Doch ich hab‘ gelernt in Gott zu ruh’n.

Drum ruf ich zu: Ihr Männer,
Ihr Splitterbilder, Stärkesucher:
Macht euch auf zum Männerkenner:
Zu Christus meinem Herrn.


Soweit ich heute sagen kann, hat mich die Frage „Was für ein Mann bin ich?“ zunächst nicht bewusst beschäftigt. Während einige mit der vorgelagerten Frage ringen, ob sie überhaupt Mann, Frau oder etwas anderes sind und wieder andere mit der vor-vorgelagerten Frage ringen, ob sie „überhaupt sind“, kann ich nicht behaupten, das es diesbezüglich Probleme in meinem Leben gab. Ich hatte stets einen ziemlich klaren Blick in meine innere Welt und wie ich funktioniere. Je älter ich wurde und je tiefer ich in Gottes Wort schaute, desto schmerzhafter leuchteten Teile meiner Persönlichkeit vor mir auf, wie ein kaputtes Spiegelbild meinerselbst. Denn in Jesus Christus sehe ich, wer ich bin, wer ich nicht bin und wer ich sein sollte. Eines war mir dabei immer klar: Was man sein soll und was man sein will, sind zwei unterschiedliche Aspekte der eigenen Persönlichkeitsfindung.

Ich habe erfahren, welche Last es darstellt, sich selbst definieren zu müssen. Aus dem Pool aller möglichen Antworten, Philosophien und Ideen eine Collage von mir zu erstellen, ein Bild, das meinem Herzen entspricht, ein Bild, über das ich anderen zeigen kann, wer ich bin. Diese Sehnsucht verstehe ich nur all zu gut, aber die Konstruktion dieses Bildes durch mich selbst ist zunächst frustrierend und dann zerstörend, denn ich erhebe mich ab einem bestimmten Punkt zum Schöpfer meiner selbst. Und wenn man zu hoch steigt, wird die Luft zu dünn.

Welch entlarvendes Erlebnis zu erkennen, dass sich dahinter die Suche nach einfacher Annahme elegant und intellektuell-attraktiv verstecken kann. Welch befreiendes Erlebnis zu erfahren, dass Gott mir in Jesus Christus diese Annahme geschenkt hat und jedem schenken will, auf das wir nicht unter der Last der eigenen Indentitätskonstruktion zerbrechen müssen. „Der Männerruf“ ist eine Aufforderung, den Schöpfer zu suchen, um am Ende sagen zu können: „Wer ich auch bin, Du kennst mich, Dein bin ich, o Gott!“

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