Ein Frühlingssegen

Ein Frühlingssegen

Leise wehend, duftig-sanft,
Regt Grün und Blau sich zärtlich wieder.
Da, wo des Winters Glitzerkraft
In scharfem Eis sich einst ließ nieder.

Aus der Starre neu belebt,
Atmet meine Seele ein:
Farben, Formen, Düfte, Lieder,
Kunst des lieben Vaters mein.

Der Sonne Strahl zerstäubt im Flieder,
Lieblich sprießt das Gras empor,
Träumend, sinnend, lächelnd geh ich,
Träumt‘, dass ich mein Herz verlor.

Sah den Splitter Edens funkeln,
Gottes Kraft in dieser Welt,
Der seit Anbeginn der Zeiten,
Zeitlos diese Welt erhält.

Ich wünsch‘ dir off’ne Augen,
Ein Herz, das schwingt und klingt,
Wenn Jesus Christus, unser Herr,
Die Welt ganz neu zum Blühen bringt.


Ich weiß nicht mehr in welcher Situation ich mich befunden habe, als der unten stehende „Frühlingssegen“ entstand, aber wenn ich ihn lese, werden einige Bilder in mir wach, z.B. wie die Sonne in einen Fliederstrauch hinein strahlt und puderig und mit Fliederduft angefüllt in goldenen Funkeln zerstäubt. Es leuchtet aber auch etwas auf, was über die Natur selbst hinausgeht. In der Bibel steht folgendes:

[D]enn [Gottes] unsichtbares Wesen, nämlich seine ewige Kraft und Gottheit, wird seit Erschaffung der Welt an den Werken durch Nachdenken wahrgenommen […]

Römer 1, 20

Wenn man Christ wird, bekommt die Natur eine Transzendenz: Die Welt ist auf ein Mal voller Gleichnisse, sie wird über sich selbst hinaus bedeutungsvoll, ein spannendes Rätsel, durch das Gott uns etwas erzählen möchte, ein bisschen wie ein Fenster, durch das man auf ein Mal schauen kann. Mann kann auf ein mal kindlich in die Natur eintauchen und kann den Zwang, mit dem Verstand Kontrolle über sie zu erlangen, einfach lassen. Als Christ wird aus einem „hoffnungslosen Romantiker“, ein „hoffnungsvoller Romantiker“, der eine mehr, der andere weniger, aber jeder Christ wenigstens ein bisschen. So schreibt ein alter, irischer Poet:

Heaven above is softer blue,
Earth around is sweeter green;
Something lives in every hue
Christless eyes have never seen:
Birds with gladder songs o’erflow,
Flow’rs with deeper beauties shine,
Since I know, as now I know,
I am His, and He is mine.

George Wade Robinson (1838 – 1877): Loved with everlasting love

Die Natur, ein einziges wunderschönes, leuchtendes Bilderbuch und Rätsel von Gott für uns und der Frühling selbst ist eine der Seiten in diesem Bilderbuch: Er bringt uns das Thema des Neuanfangs nah an die Augen und damit hoffentlich nah zum Herz. Mal ehrlich, wer von uns hat nicht schon mal im Leben alles vermasselt und brauchte einen Neuanfang? Gott lässt diese Chance auf einen Neuanfang durch die Natur anklingen. Er ist ein Gott der Erneuerung und er hat die ultimative Chance zum Neuanfang historisch bestätigt: Durch seinen Sohn, Jesus Christus, besteht eine neue Chance auf neues Leben, Schulden egal wie schlimm sie auch sein mögen, komplett zu tilgen, die Beziehung zum Schöpfer selbst wiederherzustellen, zu werden wie ein Kind.

Das Gedicht erzählt davon, wie ich durch den Frühling hoffnungsvoll auf die Verheißungen Gottes sehen kann – diesen Blick habe ich aber erst durch Jesus Christus bekommen…

Denn siehe, ich will ein Neues schaffen, jetzt wächst es auf, erkennt ihr’s denn nicht? Ich mache einen Weg in der Wüste und Wasserströme in der Einöde.

Jesaja 43,19

Hinterlasse einen Kommentar

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..