


Wintermorgen
An jenem schönen Wintermorgen
Sah ich in einem Tanz des Lichts
all meine schwarzen Lebenssorgen
Im Urzeitruf aus Farb’ und Formen
In Seine treue Hand gelegt.
Wahrheit sprach der klare Wind,
sprach mir ins Ohr, mir frohem Kind.
Hörst du nichts? Bist du so blind,
so matt, dass dich die Schuld erfroren hat?
Es dringt in unsere Welt,
das feuchte Rot am Firmament,
Zu retten den, der Ihn nicht kennt,
Wer ehrlich Ihn beim Namen nennt.
Und hüllt das Dunkel mir ums Herz,
mit falschen Funkeln, dumpfer Schmerz,
ergreifen mich des Nachts die Sorgen,
denk ich an jenen Wintermorgen.
Es war an einem Tag im Januar 2012. Ich stand mit einer Tasse Tee im Esszimmer meiner Eltern, im Hause war noch alles still und ich blickte gebannt in einen faszinierenden, wunderschönen Sonnenaufgang. Das Licht schien die Wolken und die Welt wie glühende, heiß-pinke Farbe zu durchtränken und aufwecken zu wollen und wurde durch den stark verschneiten Garten aufgefangen, sanft widergespiegelt und kontrastiert.
Dann leuchteten auf ein Mal die Worte „Ein Tanz aus Licht und Farben“ in mir auf. „‚Ein Tanz aus Licht und Farben‘, das hat irgendetwas“, dachte ich.
Den ganzen Tag über köchelten, rotierten und rieben sich Worte und Bild in mir weiter und ließen mich zunehmend unruhig sein, trieben mich zum Abend in eine mir bis dahin unbekannte, kreative Unrast. Ich setzte mich am selben Abend vor meinen Laptop und schrieb das Gedicht in einem Zug innerhalb von wenigen Momenten auf. Ich konnte die Worte wie eine Kette magnetischer Perlen aus meiner Seele ziehen und ordnen. Alles lag bereit.
